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  • Michaela Simon

Fütterungstipps während des Corona-Shutdown

Aktualisiert: Apr 16



Die aktuelle Situation während des Corona - Shut down fordert uns alle in vielen Lebensbereichen heraus. Für uns Pferdehalter und Reiter ist es besonders hart, da viele ihre Pferde nicht regelmäßig besuchen können, nicht reiten dürfen und das Training ihrer Pferde gezwungenermaßen verringern müssen. Ich habe mein Expertennetzwerk angezapft und meine Fütterungsexpertin Katrin Bachinger gebeten für dich die wichtigsten Fakten zusammen zu fassen worauf du achten kannst damit du auch dein Pferd gut durch diese Krise bringst.


Mehr Fütterungstipps bis hin zur Online Futter Beratung von Katrin Bachinger findest du auf https://www.pferdeberatung.at


Aufgrund der verlängerten Ausgangsbeschränkungen hat sich die aktuelle Situation auch für unser Pferd verändert, insbesondere das Training. Neben dem Reiten gibt es noch viele andere Möglichkeiten unsere Pferde fit und gesund zu erhalten und ihrem Bewegungsbedürfnis gerecht zu werden. Die Tierhalteverordnung in Österreich als gesetzliche Grundlage lautet dazu in Anlage 1, Absatz 2.2.4. Auslauf

„Mehrmals wöchentlich ist eine ausreichende Bewegungsmöglichkeit wie freier Auslauf, sportliches Training oder eine vergleichbare Bewegungsmöglichkeit sicherzustellen. …“

Seitens des Gesundheitsministeriums wurde folgende Klarstellung getroffen: Das Reiten von Pferden ist grundsätzlich einzustellen. Pferde sollten entweder auf einer Koppel oder (falls dies nicht möglich) durch „Spazierengehen“ mit dem Pferd bewegt werden.

Darüber hinaus wäre die pflegerische oder veterinärmedizinische Betreuung des eigenen Pferdes unter die Ausnahme der Abwendung einer unmittelbaren Gefahr für Eigentum zu subsumieren. Sollte der Reitstallbesitzer jedoch dafür sorgen, dass die notwendige Betreuung des Pferdes sichergestellt ist und bei Gefahr die erforderlichen Maßnahmen ergriffen werden (dürfen), kann dieser Tatbestand nicht herangezogen werden.

Rechtsgrundlage bildet die Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gemäß § 2 Z 1 des COVID-19-Maßnahmengesetzes, BGBl. II Nr. 98/2020. Gemäß § 1 dieser Verordnung ist zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 das Betreten öffentlicher Orte verboten.

Erlaubt sind somit nach derzeitigem Stand das Spazierengehen mit dem Pferd sowie Bewegung auf einer Koppel. *Quelle: https://www.wko.at/branchen/w/tourismus-freizeitwirtschaft/freizeit-sportbetriebe/coronavirus-informationen-freizeit-und-sportbetriebe.html#heading_Reitbetriebe

(12.04.2020)

Über Bodenarbeit gibt es keine detaillierten Bestimmungen, aber es kann davon ausgegangen werden dass das Longieren, Doppellongen- sowie generelle Bodenarbeit weiterhin erlaubt sind. Dadurch ergibt sich für unser Pferd in den meisten Fällen ein verminderter Leistungsumsatz (und dadurch auch ein verminderter Energiebedarf. Dieser Umstand sollte bei der Fütterung unbedingt berücksichtigt werden.

Hier die wichtigsten Punkte, die es zu beachten gibt:

  1. Rauhfutter: laut aktueller Empfehlung sollte einem Pferd mindestens 1,5 kg (besser 2-2,5 kg) Rauhfutter pro 100kg Körpergewicht (im besten Fall qualitativ hochwertiges Heu) pro Tag zur Verfügung gestellt werden, bei schrittweiser Reduktion des Kraftfutters auch gerne mehr. Dies ergibt für ein durchschnittliches Warmblutpferd mit 500kg eine Mindestmenge von 7,5 kg die jedoch großzügig überschritten werden sollte (besser: 10-12 kg). Bei sehr leichtfuttrigen Pferden empfiehlt es sich „überständiges“ Heu einzusetzen oder einen Teil durch Futterstroh zu ersetzen.

  2. Portionierung: idealerweise sollte das Futter in mehreren kleinen Portionen (mindestens 3) über den Tag verteilt gefüttert werden, um zu langen Fresspausen und damit dem Risiko von Magenproblemen vorzubeugen. Es sollte darauf geachtet werden dass tagsüber keine Fresspausen über 4 Stunden am Stück entstehen. Dies kann in Offenstallhaltung z.B. auch über zeitgesteuerte Raufen geschehen. Zusätzlich ist das Pferd für einen Großteil des Tages mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt, wie es seinem Naturell entspricht und dadurch ausgeglichener und entspannter. Die Höchstmenge an Kraftfutter pro Portion beträgt 1kg.

  3. Kraftfutter: aufgrund der veränderten Anforderungen an das Pferd sollte die Menge des Kraftfutters angepasst werden, ggf. kann sogar ganz auf die Gabe von energiehaltigen Müslis oder Pellets verzichtet werden, was neben der gesundheitlichen Aspekte (Prävention von Kreuzverschlag, Hufrehe und anderen metabolischen Erkrankungen) als positiven Nebeneffekt auch die Kosten für die Fütterung reduziert. Bei Reitpferden kann die Menge des Kraftfutters auf ca. die Hälfte reduziert werden, jedoch nicht sprunghaft sondern schrittweise, um dem Verdauungstrakt genügend Zeit für die Umstellung zu geben. Gleichzeitig sollte auf eine ausreichende Rauhfutterversorgung geachtet werden, unter Umständen muss die Heumenge erhöht werden. Um das Pferd zusätzlich beim Fellwechsel zu unterstützen kann auch ein Teil des Kraftfutters durch pflanzliche Öle oder geschrotete Leinsamen ersetzt werden.

  4. Mineralien und Vitamine: Bei der Kürzung des Kraftfutters ( dem häufig Vitamine und Mineralien zugesetzt sind) muss auch bei Stehzeiten immer auf eine ausreichende Versorgung geachtet werden, hier empfehlen sich Mineralfutterpellets, die allgemein auch gut angenommen werden. Mineralmischungen in Pulverform verschmähen leider viele Pferde.

  5. Leckerlies: Manche von uns benutzen bei der Bodenarbeit gerne Leckerlies als Belohnung, je nach Menge sollten auch diese bei der Rationsgestaltung bedacht werden. Neben den häufig stark zuckerhaltigen Leckerlies, freuen sich viele Pferde auch über andere Leckerbissen, z.B. gestückelte Karotten, Äpfel, Bananen oder getrocknete Hagebutten. Manche Pferde nehmen auch einzelne Heucobs (Achtung! nur wenn sie ohne Einweichen verfüttert werden können!) als kalorienarme Alternative gerne an.

  6. Weide: sofern die Pferde nicht bereits vom Stallbetreiber auf die kommende Weidesaison vorbereitet werden, empfiehlt es sich das eigene Pferd schrittweise anzuweiden. Zu Beginn reichen 5 min an der Hand aus, alle paar Tage kann die Fressdauer gesteigert werden, z.B. wöchentlich um 20 min. So ist ihr Pferd ideal auf die Zeit im Grünen vorbereitet.

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